Geschehnisse und Karte 1943

Datenherkunft: (Wikipedia)

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Die Geschehnisse 1943

An sämtlichen Kriegsschauplätzen ging das Gesetz des Handelns 1943 an die Alliierten über. Am 18. Februar, zweieinhalb Wochen nach der deutschen Kapitulation von Stalingrad, rief Propagandaminister Joseph Goebbels den „Totalen Krieg“ aus. Allerdings konnte auch die Mobilisierung aller Kräfte an der Front und in der Heimat die zunehmenden Risse in der von Hitler gegen östlichen Bolschewismus und westlichen Kapitalismus proklamierten „Festung Europa“ nicht überdecken.

Die zunächst auf westdeutsche Städte wie Köln und Essen konzentrierten alliierten Flächenbombardements dehnten sich seit Beginn des Jahrs über ganz Deutschland aus. Amerikanische Tagesangriffe und die Nachteinsätze der Briten prägten das Alltagsleben der Grossstadtbewohner in immer stärkerem Umfang. Trotz der zahlreich angeordneten Evakuierungsmassnahmen waren die Folgen der Luftangriffe verheerend: Die Bombardierung von Hamburg im Juli 1943 forderte über 30.000 Menschenleben.

An der Ostfront geriet die Wehrmacht 1943 vollständig in die Defensive. Ihre Rückzugsstrategie der „verbrannten Erde“ oder das sinnlose Verteidigen von nicht haltbaren Stellungen wurden nur noch gelegentlich von kleineren Teiloffensiven unterbrochen. Auch die letzte deutsche Grossoffensive „Zitadelle“ mit der grössten Panzerschlacht des Kriegs bei Kursk blieb nach nur wenigen Kilometern in der tief gestaffelten gegnerischen Verteidigung stecken. Der unmittelbar darauf einsetzenden sowjetischen Sommeroffensive 1943 in den südlichen Frontabschnitten zwischen Asowschem Meer und Dnepr gelangen dagegen tiefe Einbrüche in die deutschen Verteidigungsstellungen. Anfang November waren weite Teile der Ukraine einschliesslich Kiews von der Roten Armee zurückerobert. Auch die Winteroffensive 1943/44 führte die Sowjets weiter unaufhaltsam nach Westen.

Im Gegensatz zur Sowjetunion verfügte das Deutsche Reich über keine nennenswerten Reserven an Mensch und Material. Erschöpfung, schlechte Versorgung und Nachschubprobleme liessen die Kampfkraft der deutschen Infanterie rapide sinken. Zudem mussten starke Wehrmachtsverbände von Osten nach Italien verlegt werden, um die europäische Südflanke nach der Kapitulation der letzten deutsch-italienischen Afrikatruppen im Mai sowie der alliierten Landung auf Sizilien im Juli zu stabilisieren.

Nachdem das kriegsmüde Italien Ende Juli 1943 Mussolini staatsstreichartig als „Duce“ abgesetzt und Deutschland im Oktober den Krieg erklärt hatte, musste sich die Wehrmacht dem alliierten Vormarsch in Italien ohne Unterstützung des ehemaligen Bündnispartners entgegenstellen.

Karte 1943

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02_01/Karte von Europa Anfang des Jahres 1943 (rote Linien)